Kaiserstuhlbahn Ost

#24474

Der Planfeststellungsabschnitt „Kaiserstuhlbahn Ost“ verläuft von Gottenheim über Bahlingen bis zur Gemarkungsgrenze zwischen Bahlingen und Riegel und umfasst die Gemeinden Gottenheim, Bötzingen, Eichstetten, Teningen und Bahlingen.

 
 
Vorgesehener Betrieb
Aus Fahrgastsicht sicherlich der wichtigste Aspekt beim Ausbau der Kaiserstuhlbahn Ost ist die künftig umsteigefreie Verbindung von und nach Freiburg bzw. darüber hinaus in Richtung Höllental. Dieses soll durch das Kuppeln bzw. Flügeln der Züge der Kaiserstuhlbahn Ost mit denen der Breisacher Bahn in Gottenheim sowie durch die Verknüpfung der Breisacher Bahn mit der Höllentalbahn in Freiburg ermöglicht werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der heutige Halbstundentakt zwischen Gottenheim und Bahlingen bis Riegel Ort, in der Hauptverkehrszeit sogar bis Endingen, ausgeweitet werden soll.
 
Beispiel:
Möchten Sie heute mit dem Zug von Bahlingen nach Hinterzarten fahren, nehmen Sie zunächst die Kaiserstuhlbahn bis Gottenheim, steigen dort in die Breisacher Bahn nach Freiburg Hauptbahnhof, um hier dann erneut umzusteigen in die Regionalbahn nach Hinterzarten. Während in Gottenheim der Anschluss abgestimmt ist, müssen heute in Freiburg längere Wartezeiten in Kauf genommen werden.
Künftig können Sie „in einem Zug“ von Bahlingen nach Hinterzarten fahren, Sie erreichen bequem und umsteigefrei Ihr Ziel im Schwarzwald.
 
 
Maßnahmen
Um den vorgesehenen Betrieb realisieren zu können, sind einige bauliche Maßnahmen an der Strecke erforderlich.
  • Die Elektrifizierung der Strecke ist zum einen notwendig, um die Züge der Kaiserstuhlbahn mit den künftig ebenfalls elektrisch verkehrenden Zügen der Breisacher Bahn sowie den bereits heute elektrisch verkehrenden Zügen der Höllentalbahn verknüpfen zu können. Die Elektrifizierung ist also zwingende Voraussetzung für die Schaffung der umsteigefreien Verbindungen zwischen Kaiserstuhlbahn und Freiburg und darüber hinaus in Richtung Höllental. Um die notwendigen Höhen für den Einbau der Oberleitung zu gewährleisten, müssen an einzelnen Stellen die Gleise abgesenkt werden. Dies ist der Fall in Gottenheim jeweils unter den Brücken der L115 sowie der B31 West. Eventuell ist zudem im Bereich des Umspannwerks Eichstetten eine Gleisabsenkung notwendig, um einen ausreichenden Abstand zwischen der Fahrleitung und den vorhandenen Hochspannungsleitungen herzustellen. Dies wird derzeit geprüft, ggf. ist auch eine Sonderbauform für die Oberleitung in diesem Bereich ausreichend.
  • Um den heute in Bahlingen endenden Halbstundentakt bis Riegel-Ort bzw. in den Hauptverkehrszeiten bis Endingen ausweiten zu können, ist eine Verlegung der heute in Eichstetten stattfindenden Zugkreuzungen weiter in Richtung Norden notwendig. Dies wird durch den Bau des Kreuzungsbahnhofs Nimburg erreicht. Dieser erstreckt sich auf eine Länge von ca. 1,5 km, da nur so die für das Betriebskonzept notwendigen „fliegenden Kreuzungen“ ermöglicht werden können, d. h. die Züge begegnen sich während der Fahrt.
  • Aufgrund des zweigleisigen Ausbaus im Bereich des Kreuzungsbahnhofs müssen die beiden in diesem Bereich liegenden Bahnübergänge „Nimburg Privatweg, km 5,8“ sowie „Nimburg Haltepunkt, km 6,3“ entsprechend angepasst werden. 
  • Der heute in Eichstetten befindliche schmale Bahnsteig zwischen den Gleisen 1 und 2 kann künftig nicht mehr dem Ein- und Ausstieg dienen, da hier Fahrleitungsmasten errichtet werden müssen. Aufgrund der Verlegung der Zugkreuzungen nach Nimburg ist dies aber unproblematisch. Da der Bahnsteig nicht mehr genutzt wird, ist auch der Zugang über den sogenannten Reisendenüberweg an dieser Stelle nicht mehr erforderlich.
  • Entlang der Kaiserstuhlbahn gilt künftig eine einheitliche Bahnsteiglänge von 105m, um hier entsprechend lange Züge einsetzen zu können. An der Kaiserstuhlbahn Ost weisen bereits fast alle Bahnsteige diese Länge auf. Lediglich der Bahnsteig in Bahlingen soll um 5 m verlängert werden.
  • Im Zusammenhang mit der angestrebten Ausweitung des Halbstundentakts bis Riegel-Ort ist die Aufhebung des Bahnübergangs Bahlingen-Bahnhofstraße und als Ersatz die Anlage des Bahnübergangs Bahlingen-Riesenbrunnen geplant.
 

 
Die geplanten Maßnahmen, Stand Februar 2014, sind nachfolgend im Einzelnen zusammengestellt und beschrieben. Bitte wählen Sie den gewünschten Maßnahmenbereich:
 
Elektrifizierung

Gleisabsenkungen

Kreuzungsbahnhof Nimburg

Bahnübergänge

Bahnhof Eichstetten

Bahnsteigverlängerung Bahlingen

 
 
Elektrifizierung∧ top
Die elektrische Oberleitung wird an neben dem Bahngleis stehenden Masten befestigt. Die Abstände, in denen die Maste zueinander aufgestellt werden, hängen von der Linienführung des Streckenabschnittes ab. In Kurven müssen die Maste in engerem Abstand aufgestellt werden als auf gerader Strecke. Somit wird eine exakte Positionierung der Oberleitung über dem Gleis gewährleistet.
Die genauen Standorte der Maste sind derzeit noch nicht festgelegt. Sie werden in den folgenden Planungsschritten bis zum Beginn des Planfeststellungsverfahrens ermittelt.
In der Regel werden die Maste so nah am Gleis aufgestellt, dass es nicht oder nur zu geringen Eingriffen in benachbarte Grundstücke kommt. Wo Eingriffe erforderlich sind, erfolgt mit den betroffenen Anliegern frühzeitig eine Abstimmung. Die folgende Abbildung zeigt ein Regelprofil mit Fahrleitungsmast und den entsprechenden Abmessungen.
 
 
 
 
 
So sieht die neue Oberleitung an der bereits 2013 ausgebauten Münstertalbahn aus. Diese ebenfalls von der SWEG betriebenen Strecke dient hier als Vorbild für die Kaiserstuhlbahn.
 
 
Informationen zur elektromagnetischen Verträglichkeit von elektrifizierten Bahnstrecken finden Sie hier  
 
 
 
Gleisabsenkungen∧ top

Für die Errichtung einer Oberleitung ist im Regelfall eine Durchfahrtshöhe von 5,70m erforderlich zwischen der Schienenoberkante und der Unterkante einer kreuzenden Brücke. Im Bereich der Gemeinde Gottenheim liegen zwei im Zuge des Straßenbauprojektes B31 West errichtete Straßenbrücken der B31 und L115. Diese Brücken weisen eine zu geringe Durchfahrtshöhe auf. Auch eine besonders platzsparende Form der Oberleitung, etwa eine Stromschiene, findet dort keinen Platz. Somit muss das Gleis unter den beiden Brücken um etwa 70 – 80 cm abgesenkt werden.
 
Im Bereich südlich von Nimburg liegt unmittelbar westlich der Bahnstrecke ein Umspannwerk. Zu diesem Werk führen in vergleichsweise geringer Höhe einige Hochspannungsleitungen und kreuzen das Bahngleis. Um gegenseitige Spannungsbeeinflussungen der Hochspannungsanlage und der Oberleitung der Bahnstrecke auszuschließen, ist der vorhandene Abstand zu gering. Eine Anpassung des Umspannwerkes mit Höherlegung der Leitungen ist jedoch sehr aufwändig und teuer. Daher wird in der Entwurfsplanung geprüft, ob eine Absenkung der Oberleitung möglich ist, um eine Gleisabsenkung oder eine aufwändige Sonderbauform der Oberleitung, z.B. eine Stromschiene, vermieden werden kann.
 
 
 
Kreuzungsbahnhof Nimburg∧ top

 
Zur Ausweitung des Halbstundentaktes bis Riegel-Ort bzw. Endingen ist die Fahrzeit zwischen dem bestehenden Kreuzungsbahnhof Eichstetten und dem Endbahnhof Endingen heute zu lang. Daher muss ein Kreuzungsgleis im Bereich Nimburg errichtet werden. Dieses erstreckt sich über eine Länge von rund 1,5 km vom südlichen Bahnsteigende des heutigen Haltepunkts Nimburg bis zum südlichen Rand der Bebauung Bahlingens. Der Haltepunkt Nimburg erhält dabei einen zweiten Außenbahnsteig mit 105m Länge und 55cm Höhe. Er wird über eine Ergänzung des vorhandenen Bahnübergangs mit einem Fußweg barrierefrei an das vorhandene Wegenetz angeschlossen. Voraussichtlich muss zudem ein Teil des Stadenweges verschoben werden, um Platz für das neue Gleis zu schaffen.
 
 
 
Bahnübergänge∧ top
Im Planfeststellungsabschnitt Kaiserstuhlbahn Ost liegen vier Bahnübergänge, die im Zuge des Projektes umgebaut oder aufgehoben werden müssen.
 


  • Bahlingen Bahnhofstraße

Der bestehende Bahnübergang in der Bahnhofstraße entspricht aufgrund der Lage und baulichen Beschaffenheit nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Beispielsweise sind keine Schranken vorhanden. Aufgrund des ungünstigen Kreuzungswinkels der Straße sowie der beengten Lage wurde eine Erneuerung inklusive technischer Sicherung an Ort und Stelle verworfen. Der Bahnübergang soll aufgehoben und durch den neuen Bahnübergang Bahlingen Riesenbrunnen ersetzt werden.
 
  • Nimburg Privatweg

Nördlich des Haltepunktes Nimburg befindet sich ein unbefestigter Privatweg, welcher die Bahnstrecke kreuzt und keine technische Sicherung aufweist. Da dies nicht mehr zulässig und eine Nachrüstung sehr aufwändig ist, wird eine Aufhebung des Bahnübergangs angestrebt. Inwiefern eine Ersatzerschließung notwendig wird, wird in der weiteren Planung ermittelt.
 
  • Nimburg Bahnhof

Im Bereich des Bahnübergangs am Bahnhof Nimburg ist der Bau eines zweiten Gleises für den Kreuzungsbahnhof vorgesehen. Der Bahnübergang entspricht bereits heute dem aktuellen Stand der Technik und muss lediglich für das zweite Gleis erweitert und anpasst werden. Zusätzlich wird neben der Straße ein neuer Fußweg angelegt, der zur Anbindung des neuen zweiten Bahnsteigs an das vorhandene Wegenetz dient.
 

 
Bahnhof Eichstetten∧ top
Der Kreuzungsbahnhof Eichstetten liegt für die geplante Ausdehnung des Halbstundentaktes bis Riegel bzw. Endingen in einer ungünstigen Lage. Wie oben beschrieben, wird daher eine neue Kreuzungsmöglichkeit in Nimburg geschaffen. Somit finden künftig in Eichstetten keine Zugkreuzungen im Personenverkehr mehr statt, alle Fahrten halten dann am vorhandenen Hausbahnsteig. Der Reisenden-überweg und der zweite Bahnsteig werden nicht mehr genutzt und im notwendigen Umfang zurückgebaut. Das vorhandene zweite Gleis bleibt erhalten und wird mit einer Oberleitung überspannt, um für Kreuzungen von Betriebs- oder Güterzügen weiterhin zur Verfügung zu stehen.

 
Bahnsteigverlängerung Bahlingen ∧ top
 
Der vorhandene Bahnsteig im Bahnhof Bahlingen wird um 5m auf 105m, die Standard-Bahnsteiglänge der Kaiserstuhlbahn, verlängert.
zuletzt geändert am: Montag, 23. November 2015 08:32
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