Kaiserstuhlbahn West

#20395
Der Planfeststellungsabschnitt „Kaiserstuhlbahn West" verläuft von der Gemarkungsgrenze zwischen Sasbach und der Stadt Endingen bis zum Ende der Kaiserstuhlbahn am Bahnhof Breisach. Er umfasst die Städte Vogtsburg und Breisach, sowie die Gemeinde Sasbach.
 
 

Vorgesehener Betrieb
Aus Fahrgastsicht sicherlich der wichtigste Aspekt des Ausbaus im westlichen Abschnitt der Kaiserstuhlbahn ist die Taktverdichtung auf einen ganztägigen Stundentakt an allen Tagen in Verbindung mit dem Einsatz moderner Elektrotriebwagen. Damit wird die Zugzahl gegenüber heute deutlich erhöht. Künftig gibt es zudem an drei Stellen Umsteigemöglichkeiten auf andere S-Bahn-Linien. Neben Breisach (in Richtung Gottenheim und Freiburg und weiter bis Titisee) und Riegel-Malterdingen (zum Beispiel in Richtung Emmendingen) kann dann auch in Endingen oder Riegel Ort in direkte Zügen nach Gottenheim und Freiburg umgestiegen werden. Die Verbindung von Endingen über Riegel Ort und Gottenheim nach Freiburg bzw. darüber hinaus in Richtung Höllental wird durch das Kuppeln bzw. Flügeln der Züge der Kaiserstuhlbahn Ost mit denen der Breisacher Bahn in Gottenheim sowie durch die Verknüpfung der Breisacher Bahn mit der Höllentalbahn in Freiburg ermöglicht werden.
 
 
Maßnahmen
Um den vorgesehenen Betrieb realisieren zu können, sind einige bauliche Maßnahmen an der Strecke erforderlich:
  • Die Elektrifizierung der Strecke ist zum einen notwendig, um die Züge der Kaiserstuhlbahn mit den künftig ebenfalls elektrisch verkehrenden Zügen der Breisacher Bahn sowie den bereits heute elektrisch verkehrenden Zügen der Höllentalbahn zu verknüpfen. Die Elektrifizierung ist also zwingende Voraussetzung für die Schaffung der umsteigefreien Verbindungen zwischen Kaiserstuhlbahn und Freiburg und darüber hinaus in Richtung Höllental. Zum Anderen sollen auf dem gesamten Netz der Breisgau-S-Bahn künftig einheitliche Elektrotriebwagen verkehren, die sich durch ein hohes Beschleunigungsvermögen auszeichnen. Dies ist eine Voraussetzung für ein verdichtetes Fahrplanangebot.
    Zudem soll in einer zweiten Ausbaustufe die Kaiserstuhlbahn in Riegel-Malterdingen direkt mit der Rheintalbahn verknüpft werden, so dass die S-Bahnen von Breisach über Endingen und Riegel Ort kommend weiter fahren können nach Emmendingen und weiter auf der Rheintalbahn nach Süden.
  • Entlang der Kaiserstuhlbahn beträgt die Bahnsteiglänge der vorhandenen Bahnsteige in der Regel 105 m. An der Kaiserstuhlbahn West müssen die bestehenden Bahnsteige in Sasbach und Burkheim-Bischoffingen noch geringfügig verlängert werden, um auf dieses Maß gebracht zu werden Die Bahnhöfe Sasbach und Oberrotweil werden darüber hinaus jeweils mit einem zweiten Bahnsteig ausgestattet, damit dort künftig Kreuzungen von Personenzügen stattfinden können. Der Bahnhof Jechtingen wird (in einem separaten Planfeststellungsverfahren) zum Haltepunkt zurückgebaut und der Bahnsteig auf die westliche Seite des Gleises verlegt.
  • Die Herstellung der Kreuzungsmöglichkeiten in Sasbach und Oberrotweil erfordert zusätzlich einen Ausbau der Signaltechnik, mit der die Züge gleichzeitig beschleunigt werden können.
  • Anpassung von insgesamt vier Bahnübergängen in Sasbach und Breisach.
  • Zwischen Breisach und Oberrotweil wird auf ca. 5 km Länge ein neuer Kabelkanal entlang der Strecke verlegt. 

 

 
 
Die nachfolgend genannten geplanten Maßnahmen gemäß Planungsstand Juni 2014 sind hier im Einzelnen zusammengestellt und beschrieben. Bitte wählen Sie den gewünschten Maßnahmenbereich:
 
 
Elektrifizierung

Bahnhof Sasbach

Bahnhof Oberrotweil

Bahnübergänge
 
 
Elektrifizierung∧ top
Die elektrische Oberleitung wird an neben dem Bahngleis stehenden Masten befestigt. Die Abstände, in denen die Maste zueinander aufgestellt werden, hängen von der Linienführung des Streckenabschnittes ab. In Kurven müssen die Maste in engerem Abstand als auf gerader Strecke aufgestellt werden. Somit wird eine exakte Positionierung der Oberleitung über dem Gleis gewährleistet. In der Regel werden die Maste so nah am Gleis aufgestellt, dass es nicht oder nur zu geringen Eingriffen in benachbarte Grundstücke kommt. Wo Eingriffe erforderlich sind, erfolgt mit den betroffenen Anliegern frühzeitig eine Abstimmung. Die folgende Abbildung zeigt ein Regelprofil mit Fahrleitungsmast und den entsprechenden Abmessungen.
 
 
 
Die genauen Standorte der Maste sind derzeit noch nicht festgelegt. Sie werden in den folgenden Planungsschritten bis zum Beginn des Planfeststellungsverfahrens ermittelt.
 
So sieht die neue Oberleitung an der bereits 2013 ausgebauten Münstertalbahn aus. Diese ebenfalls von der SWEG betriebenen Strecke dient hier als Vorbild für die Kaiserstuhlbahn.
 

Informationen zur elektromagnetischen Verträglichkeit von elektrifizierten Bahnstrecken finden Sie hier.
 
 
 
Bahnhof Sasbach ∧ top
Der Bahnhof Sasbach besitzt heute zwei Gleise, wobei nur an einem Gleis ein bereits barrierefrei ausgebauter Bahnsteig vorhanden ist. Das zweite Gleis besitzt keinen Bahnsteig. Daher sind Zugkreuzungen heute nur zwischen Personen- und Güterzügen möglich. Damit künftig Personenzüge auf beiden Gleisen verkehren können, ist der Bau eines neuen Bahnsteigs am zweiten Gleis erforderlich. Damit dieser Bahnsteig barrierefrei gestaltet werden kann, muss er auf der Ostseite des Gleises 2 als Außenbahnsteig errichtet werden. Das Gleis 2 wird dazu näher zum Gleis 1 verschoben, die Fahrbahnbreite des Birkenwegs wird mit künftig etwa 5,0 m Breite auf etwa 90 m Länge etwas geringer sein.
Wegen der künftigen Ausstattung des Bahnhofs mit Signalen und den dazu erforderlichen Abständen muss das Nebengleis 3 mit seiner Zufahrtsweiche um gut 10 m verschoben werden.
Der Bahnsteig Gleis 1 wird um etwa 5 m auf 105 m verlängert.
 
 
 
Bahnhof Oberrotweil ∧ top
Der Bahnhof Oberrotweil besitzt heute zwei Gleise, wobei nur an einem Gleis ein bereits barrierefrei ausgebauter Bahnsteig vorhanden ist. Damit künftig Personenzüge auf beiden Gleisen verkehren können, ist der Bau eines neuen Bahnsteigs am zweiten Gleis erforderlich. Dieser Bahnsteig wird mit einer Länge von 105 m errichtet und barrierefrei gestaltet. Von der Buswendeschleife aus wird ein mit Lichtzeichen gesicherter Reisendenübergang zum Bahnsteig 2 gebaut.
 
 
 
Bahnübergänge∧ top
Im Planfeststellungsabschnitt Kaiserstuhlbahn Ost liegen vier Bahnübergänge, die im Zuge des Projektes umgebaut oder aufgehoben werden müssen.
 

 

  • Bahnhof Sasbach
    Der Bahnübergang in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs Sasbach muss an die neue Gleislage des Bahnhofes angepasst werden. Zudem wird die Signaltechnik im Bahnhof so verändert, dass der Bahnübergang durch die Zugsignale abgesichert wird. Dies führt zu einer Verbesserung der Sicherheit bei künftig in Sasbach stattfindenden Kreuzungen von Personenzügen. Der Bahnübergang soll zusätzliche Gehwegschranken erhalten. Auf der Ostseite der Gleise wird ein Zugangsweg vom Bahnübergang zum neuen Bahnsteig am Gleis 2 angelegt. Es wird zudem derzeit geprüft, ob seitens der Gemeinde auf der Nordseite des Bahnübergangs entlang der Hauptstraße ein Gehweg angelegt werden kann. 

  • Sasbach Weinstraße
    Für den Bahnübergang erfolgt künftig eine Sicherung durch die im Bahnhof Sasbach vorhandenen Zugsignale, sodass sich die Sicherheit erhöht. Zudem wird der Bahnübergang neu mit Halbschranken versehen. Außerdem ist – veranlasst durch den Umbau – eine Aufweitung der Fahrbahn erforderlich, da die heutige Fahrbahnbreite nicht mehr zulässig ist. Es wird derzeit geprüft, ob auf der Nordseite der Weinstraße ein neuer Gehweg mit eigenen Schranken angelegt werden kann.
  • Breisach Zum Kaiserstuhl
    Der Bahnübergang muss im Zusammenhang mit der Elektrifizierung und einer Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit erneuert werden. Dabei erhält er anstelle der Blinklichter künftig Lichtzeichen (Ampeln) und für den Gehweg auf der Nordseite eine zusätzliche Schranke. 

  • Breisach Gelbstein
    Dieser Bahnübergang ist ein Feldwegübergang ohne technische Sicherung und erschließt derzeit ein Felddreieck, das von der Kaiserstuhlbahn und der Breisacher Bahn sowie einem Firmengelände eingeschlossen ist. Ein Bahnübergang ohne technische Sicherung würde die Geschwindigkeit der Züge an dieser Stelle stark einschränken; das ist nach der Elektrifizierung nicht mehr sinnvoll. Deshalb laufen derzeit Untersuchungen, ob eine Schließung des Bahnübergangs, ggf. mit Bau eines Ersatzwegs, möglich ist.
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zuletzt geändert am: Montag, 23. November 2015 08:39
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