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#20316

Elektrotechnische und magnetische Verträglichkeit

Die Züge der Breisgau-S-Bahn 2020 sollen künftig im gesamten Netz elektrisch fahren. Daher müssen die Strecken überall dort, wo heute noch keine Oberleitung vorhanden ist, entsprechend ausgerüstet werden, um die Fahrzeuge mit elektrischer Energie zu versorgen.

Für das Übertragen der elektrischen Leistung zu den Zügen steht die Oberleitung unter Spannung, wobei die in Deutschland im Eisenbahnverkehr übliche Stromart Wechselstrom mit einer Spannung von 15.000 Volt = 15 Kilovolt (=kV) und einer Frequenz von 16,7 Hertz (= Hz) zur Anwendung kommt.

Durch diese Betriebsspannung und den entsprechenden Stromfluss in der Oberleitung entstehen rund um die Oberleitung ein elektrisches Feld „E“ und ein magnetisches Feld, dessen Stärke über die sogenannte magnetische Flussdichte „B“ definiert wird.

Zahlreiche Messungen an bereits elektrifizierten Strecken haben die folgenden maximalen Werte für elektrische Felder „E“, gemessen in Kilovolt pro Meter (=kV/m), und magnetische Felder „B“, gemessen in Mikrotesla (=µT), ergeben:

  • an Bahnsteigkanten, 1 m über dem Gleis:   E = 1,6 kV/m; B = 100 µT
  • in einer Entfernung von 7 m von der Gleismitte:   E = 1,1 kV/m; B = 25 µT

Vom Bundesumweltministerium werden sogenannte Schwellwerte für menschliche Reaktionen auf elektrische und magnetische Felder festgelegt. Hier gilt, dass es bei einer Frequenz von 16,7 Hz bis zu den oberen Schwellwerten von

E = 12 kV/m  und  B = 300 µT

zu keinerlei Wirkungen auf den menschlichen Organismus kommt.

Aus dem Vergleich mit den Messwerten ist zu erkennen, dass die vorgegebenen Schwellwerte durch die geplanten neuen Oberleitungsanlagen nie erreicht werden und die elektrischen und magnetischen Felder, die vom elektrischen Bahnbetrieb ausgehen, somit kein Risiko darstellen.

Ähnlich sieht es bei möglichen Auswirkungen auf technische Geräte aus. Dabei können, physikalisch bedingt, magnetische und elektrische Felder prinzipiell zum Beispiel die Bildröhre eines Monitors, medizinische Diagnosegeräte wie EKG und EEG oder wissenschaftliche und sonstige magnetempfindliche Geräte wie Rasterelektronenmikroskope beeinflussen. Allerdings sind die Feldstärken im Bereich der Oberleitung - wie oben erläutert - sehr gering und nehmen zudem mit wachsender Entfernung von der Oberleitung stark ab. Daher kann man davon ausgehen, dass nur in unmittelbarer Nähe von bis zu 4 m um den Fahrdraht eine Beeinflussung von technischen Geräten in Betracht zu ziehen wäre.

Weitergehende Informationen finden Sie hier (PDF-Format).

zuletzt geändert am: Montag, 2. November 2015 09:09
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